Ol'ga Berggol'c ist eine der drei bekanntesten (und talentiertesten) Lyrikerinnen, die sich in der Zeit des Zweiten Weltkrieges einen Namen machten. Die anderen beiden sind Vera Inber und Margarita Aliger. Berggol'c war von den Ereignissen dieser Zeit auch sehr persönlich betroffen, denn ihr erster Ehemann, der „Komsomoldichter“ Boris Kornilov, verschwand 1938 bei der „Säuberung“ und ihr zweiter Ehemann war einer der 600.000 Menschen, die während der Blockade Leningrads durch deutsche Truppen verhungerten.
Ihre Lyrik ist kontemplativ, reflektierend, doch nicht auf distanzierte Art. Sie spricht die Leser auch heute noch an, da sie so offenbar direkt aus dem Herzen kommt. Betont wird dieses tiefe Empfinden dadurch, daß Berggol'c' Verse formal meist von klassischer Strenge sind, wodurch sie sich von den häufig romantischeren, emotionaleren Gedichten ihrer Zeitgenossinnen unterscheiden.