Peter Ustinov

Texte von Peter Ustinov




Ein Schauspieler, der Bücher voll des tiefsinnigen Humors schreiben kann? Kaum vorstellbar, und dennoch wahr.

Der 1921 geborene Peter Ustinov wuchs in London auf, absolvierte eine Schauspielausbildung und stand 1938 erstmals auf der Bühne. Mit 24 verkaufte er sein erstes Drehbuch, mit 25 führte er zum erstenmal Regie und 1940 spielte er in „Hullo, Fame!“ seine erste Filmrolle. 1951 begann seine Hollywood-Karriere mit der Rolle des trotteligen Kaisers Nero in „Quo Vadis“. Als Schauspieler war er in Filmen wie „Lola Montez“ und „Spartacus“ und als Hercule Poirot erfolgreich, als Regisseur unter anderem mit „Romanoff und Juliet“.

Dasselbe komische Talent wie in seiner filmischen Arbeit beweist Ustinov auch in seinen Büchern. Sie sind hellsichtig, aber nicht pessimistisch, sondern voll ironischer Seitenhiebe und nicht immer offensichtlicher Pointen. Für Der Karneval der Tiere ließ sich Peter Ustinov vom gleichnamigen Werk des französischen Komponisten Camille Saint-Saëns inspirieren. In Monsieur René erzählt er von einem pensionierten Oberkellner, der sich in seinem Rentnerdasein langweilt und davon träumt, das geheime Wissen der Kellner, Chauffeure und Zimmermädchen aufzuzeichnen. Allerdings verstrickt er sich dabei immer weiter in konspirative Machenschaften.

Der alte Mann und Mr. Smith erzählt von einem Besuch Gottes und des Teufels auf Erden. Die beiden möchten erkunden, wie die Menschen heutzutage zu ihnen stehen. Die im Titel genannten Namen sagen schon viel über die Rollenverteilung aus: Der alte Mann hat seinen Entwurf der Welt gut im Gedächtnis, nur die Details der letzten ein, zwei Jahrtausende sind ihm etwas entglitten. Er ist entrückt, braucht zum Nachdenken Ruhe und wirkt auf den ersten Blick beinahe naiv. Mr. Smith steht hingegen mit beiden Beinen in der Welt, findet sich überall zurecht und kennt sich im menschlichen Alltag bestens aus. Scheinbar lässig und nebenbei trifft er den Nagel immer wieder auf den Kopf. Doch beide machen dieselbe Erfahrung: Ob gute Taten oder schlechte, die Menschen begehen sie nicht aus Lust an der Freud', sondern ohne Leidenschaft und Überzeugung, rein mechanisch. Gott ist zum Instrument für Fernsehprediger und Fundamentalisten verkommen, das Fernsehen hat Satan überflüssig gemacht.

Gleich zu Beginn unterläuft Gott ein fataler Fehler, da er ebenso wie alles andere natürlich auch Geld machen kann, dabei aber leider so moderne Erfindungen wie das Wasserzeichen vergißt. Und so bleibt den unsterblichen Weltreisenden das FBI immer hartnäckig auf den Fersen – von Washington bis Peking, von Rußland bis Israel. Und ebenso hartnäckig weigern sich die Menschen, die Identität der beiden Reisenden anzuerkennen, obwohl diese weder Knochen noch Organe haben, plötzlich verschwinden, fliegen und auch sonst noch einige „Tricks“ bewerkstelligen.

Mit liebevollem Spott zeichnet Ustinov sowohl die Menschen, die sich ihre eigenen Alltagsgötter und -teufel geschaffen haben, als auch Gott und Satan, die in ihrer Hilflosigkeit immer mehr erkennen, daß sie aufeinander angewiesen sind – denn ohne Licht kein Schatten und ohne Schatten kein Licht.

Wer mehr lesen möchte, findet bei amazon zum Beispiel:

cover cover cover
Peter Ustinov, Gott und die Staatlichen Eisenbahnen. Peter Ustinov, Der alte Mann und Mr. Smith. Peter Ustinov, Der Verlierer.