Es stehen Säulen am Schwarzen Meer.
An Zahl acht Säulen. Aus Stein geschlagen.
Dorthin kommt oftmals der Sklaven Heer;
Die jungen tragen an Särgen schwer.
Es bleichen Winter. Und Herbste klagen.
Zuweilen irrt dort ein wildes Tier.
Zuweilen braust's dort von Vogelzügen.
Sie fragen ängstlich: Was tun wir hier?
Sie wandern, streifen, verzweifeln schier,
Zu müd zu eilen, zu müd zu fliegen.
Es stehen Säulen am Schwarzen Meer,
In strenger Anzahl, seit Urzeitschimmer,
In Schicksalszahl in der Zahlen Heer,
Sich deutend flehenden Rufs Begehr:
Zu spät. Und Stummheit. Und Feindschaft. Für immer.
Russische Lyrik. Gedichte aus drei Jahrhunderten.
Ausgewählt und eingeleitet von Efim Etkind. Serie Piper 1987.
Übertragung: Heinrich Stammler