Die goldnen Schatten auf dem Herbstwald liegen,
Er sprach in seiner Birkensprache gern,
Die Kraniche, die traurig weiterfliegen,
Bedauern nichts und sind dem Schicksal fern.
Bedauern – wen? Wir alle wandern, schweifen –
Du kommst und gehst und läßt das leere Haus –
Es träumt von denen, die die Welt durchstreifen,
Und tief im Teiche lischt das Mondlicht aus.
Ich bin allein. Ringsum der Ebne Stille,
Die Kraniche hat längst der Wind verweht,
Ich sehne mich nach meiner Jugend Fülle,
Und doch ist nichts, das mir zu Herzen geht.
Ich klage nicht um Jahre, die entlaufen,
Um Seelenblüten, duftig und verschwärmt,
Im Garten brennt ein großer Scheiterhaufen,
An dem sich aber keines wirklich wärmt.
Wie auch die Flammen sich zusammenballen,
Das gelbe Ebereschenlaub bleibt fest.
Ich lasse meine Worte traurig fallen,
So wie der Baum die Blätter fallen läßt.
Und wenn die Zeit, im Zeichen neuer Sterne,
Sie einmal wegfegt, anderm Unrat nach,
So sollt ihr sagen, daß der Herbstwald gerne
In seiner Birkensprache zu ihm sprach.
Russische Lyrik. Gedichte aus drei Jahrhunderten.
Ausgewählt und eingeleitet von Efim Etkind.
München 1987.
Übertragung: Heinrich Stammler
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| Sergej Esenin, Gegen die Seßhaftigkeit des Herzens. |