Sergej Esenin

Herbst

Für R. W. Iwanow

Stille im Wacholder an den Uferstiegen.
Herbst, der rote Traber, läßt die Mähne fliegen.

Durch den schleierüberwehten Tag
hörst du seiner Hufe blauen Schlag.

Wind kommt scheu aus mönchischem Gehege
schlurfend durch das Laub am Rand der Wege,

und er küßt die rote Ebereschenglut:
Christi unsichtbaren, wunden Leib voll Blut.

1914

Quelle: Sergej Jessenin, Ein Rest von Freude. Gedichte.
Sammlung Luchterhand: München, 2001.
Übertragung: Waldemar Dege

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Sergej Esenin, Gegen die Seßhaftigkeit des Herzens.