Evgenij Evtušenko

Lächeln

Du hattest einmal ungezählte Lächeln:
erstaunt, verschmitzt, begeistert war dein Lächeln,
und manchmal traurig auch, doch immer Lächeln.
Und keines blieb, und keines kann mehr lächeln.
Ich werde einen Acker suchen voller Lächeln.
Ich bring dir eine Garbe goldnes Lächeln,
doch du wirst sagen, daß dir nun kein Lächeln
mehr hilft, weil soviel fremdes Lächeln
dich tief erschöpfte und mein eignes Lächeln,
das selbst ermattet ist von allzu vielen Lächeln.
Um mich zu wehren, hab ich viele Lächeln,
die mir verleideten, was blieb an – Lächeln.
Wenn ich es recht bedenke, fehlt mir jedes Lächeln.
In meinen Erdentagen lebt als letztes Lächeln
dein Lächeln, dessen Antlitz da ist ohne Lächeln.

Mitternachtstrolleybus. Neue sowjetische Lyrik.
Berlin, 1965.
Übertragung: Jens Gerlach

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