Komm, wir gehen Sterne pflücken,
eine Nacht lang hab' ich Zeit.
Komm, wir löschen alles Fremdsein
zwischen uns mit Zärtlichkeit,
schmieden uns ein neues Lachen,
das der Montag nicht verbiegt,
geben dem Moment die Sporen,
daß er uns noch höher fliegt.
Und wir finden neue Worte,
jedes Wort ein Ruderschlag.
Und vielleicht trägt er uns weiter
als nur bis zum nächsten Tag.
Komm, wir gehen Sterne pflücken,
schnell, bevor der Tag erwacht,
balancieren auf dem Rücken
dreier Worte durch die Nacht.
Miriam Frances, Was mir einfällt. Gedichte.
Franz Schneekluth Verlag, München, 1979.