Öffnet mir die Kerkermauern,
Daß der Tag mir licht sich dehnt,
Gebt ein Kind mit schwarzen Augen
Und ein Pferd mir, schwarzgemähnt.
Laßt mich einmal galoppieren
Auf dem Pferd durchs blaue Feld,
Laßt mich einmal Freiheit spüren,
Näher mich das Leben fühlen,
Als ein Los, das mir nicht fällt.
Gebt mir einen Kahn aus Brettern,
Faul und morsch sei drin die Bank,
Und sein Segel grau, gefleddert
In des Sturmes rauhem Sang,
Auf das Meer hinauszugleiten,
Unbekümmert und allein,
Triebe ich umher in Weiten
Und den strudelnden Gezeiten
In verwegenem Streit vereint.
Gebt ein Schloß mir, hohe Zinnen,
Von des Gartens Grün umwellt,
Daß die Trauben reifend schimmern
Aus den Schatten, bernsteingelb.
Daß ein Brunnen plaudernd rieselt
Im Gewölb des Marmorsaals,
In der Träume Paradiese
Mich mit kühlen Staubes Brise
Überschäumt und weckt einmal
Michail Lermontow, Gedichte und Poeme.
Rütten & Loening Berlin 1987.
Übertragung: Stefan Döring
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