Die Bäume stehn am Uferrand,
Der Mittag warf vom steilen Hange
Weit in den Teich die Wolkenwand,
Wie Fischer Reusen stelln zum Fange.
Der Himmel sinkt, schwer wie ein Netz,
Und wie ins Netz drängt in sein Blauen
Sich eine Schar von Schwimmern jetzt,
Von Männern, Kindern und von Frauen.
Und fünf-sechs Frauen steigen stolz
Und ohne Lärm hinauf zum Strande
Und wringen unterm Weidenholz
Den Badeanzug aus im Sande.
Und schlangenähnlich drehn sich hin
Und schlingen ringelnd sich die Maschen,
Als hätt sich die Versucherin
Versteckt in feuchten Trikotagen.
O Weib, du machst mich keinesfalls
Mit deinem Bild und Blick verlegen.
Ganz bist du, wie der Druck im Hals,
Dies Kehleschnüren vor Erregen.
Du bist wie ein skizziertes Werk,
Ein Vers aus einem andern Bande,
Als wärst du wirklich unbemerkt
Aus meiner Rippe einst entstanden,
Worauf du dich dem Arm entrangst
Und der Umklammerung entrannest –
Selbst ganz Verwirrung und ganz Angst,
Und Taumelschmerz dem Herz des Mannes.
Boris Pasternak, Gedichte und Poeme. Berlin 1996.
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