Boris Pasternak

Hei, es schneit

Hei, es schneit, hei, es schneit.
In den Tanz der weißen Sterne
Hätten die Geranien gerne
Ihre Blüten eingereiht.

Hei, es schneit, und durcheinander
Macht sich alles auf zum Flug.
Selbst die Treppenstufen wandern
Und am Eck der Straßenzug.

Hei, es schneit, hei, es schneit.
Nicht, als ob nur Flocken wimmeln,
Als ob selber käm der Himmel
Erdwärts in geflicktem Kleid.

Gleich als käme er vom Dach,
Bliebe auf der Treppe stehen,
Heimlich dann hinabzugehen
In die Zimmer nach und nach.

Leben wartet auch nicht gern.
Weihnacht ist's im Handumdrehen,
Brauchst dich nur mal umzusehen,
Schon ist Neujahr nicht mehr fern.

Hei, es schneit, hei, es schneit.
Und von ebensolcher Dichte,
Eben der Gelassenheit,
Oder gleicher Schnelligkeit
Ist vielleicht auch die Geschichte?
Ja, vielleicht folgt in der Zeit
Jahr auf Jahr, so wie es schneit,
Wie die Worte im Gedichte?

Hei, es schneit, hei, es schneit,
Hei, es schneit, und wirr ist alles,
Fußgänger im weißen Kleid,
Bäume, staunend ob des Falles,
Und das Straßenkreuz nicht weit.

Boris Pasternak, Gedichte und Poeme. Berlin 1996.

Wer mehr lesen möchte, findet bei amazon zum Beispiel:

cover cover
Boris Pasternak, Doktor Shiwago. Boris Pasternak, Geleitbrief.