Es sehnt sich ewig dieser Geist in's Weite,
Und möchte fürder, immer fürder streben:
Nie könnt' ich lang an einer Scholle kleben,
Und hätt' ein Eden ich an jeder Seite.
Mein Geist, bewegt von innerlichem Streite,
Empfand so sehr in diesem kurzen Leben,
Wie leicht es ist, die Heimat aufzugeben,
Allein wie schwer, zu finden eine zweite.
Doch wer aus voller Seele haßt das Schlechte,
Auch aus der Heimat wird es ihn verjagen,
Wenn dort verehrt es wird vom Volk der Knechte.
Weit klüger ist's, dem Vaterland entsagen,
Als unter einem kindischen Geschlechte
Das Joch des blinden Pöbelhasses tragen.
Gesammelte Werke des Grafen August von Platen. In fünf Bänden. Zweiter Band: Stuttgart und Tübingen. Cotta'scher Verlag, 1853.
Wer mehr lesen möchte, findet bei amazon zum Beispiel:
|
|
| August von Platen, 'Wer die Schönheit angeschaut mit Augen...' Ein Lesebuch. | Hartmut Bobzin, Gunnar Och, August Graf von Platen. Leben – Werk – Wirkung. |