Sie liebte mich, da noch der Kindheit Morgenröte
Mir leuchtete, und gab mir eine Syrinx-Flöte;
Sie lauschte lächelnd stumm mir zugeneigten Ohrs,
Wenn auf den Öffnungen des siebenfachen Rohrs
Mit schwachen Fingern hin glitt meine Hand, und Klänge
Ertönten, gottgeweckt begeisterte Gesänge
Und Lieder, wie sie singt der phrygischen Hirten Mund.
Bis an das Abendrot im stillen Waldesgrund
Vernahm ich andachtvoll der Göttin weise Lehren;
Und um die reiche Gunst durch neuen Lohn zu mehren,
Warf von der reinen Stirn die Locken sie zurück
Und nahm die Syrinx mir mit zauberholdem Blick:
Von ihrer Lippen Hauch gewann das Schilfrohr Leben
Und ließ in heiligem Glück mein tiefstes Herz erbeben.
Alexander Sergejewitsch Puschkin, Gedichte,
Poeme, Eugen Onegin. SWA Verlag, Berlin 1947.
Übertragung: Friedrich Fiedler
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