Luigi Malerba

Die jungfräuliche Eselin

Übersetzung: Moshe Kahn

Bellaugh spitzte die Ohren, alldieweyl er ein Hufscharren da unten vernommen, nicht weyth entfernet, inmitten des Laupes von einem großen Feygenbaume, und an dieser Stell spitzte er auch die Augen und sah, daß sich dorten etwas bewegte mit hellem Fell.
„Ich seh alldort ein grosz Thier!“
„Einen vierbeynichten Esel, Euer Hochwohlgeboren!“
Sie näherten sich und fandten eine junge Eselin mit hellem Fell an den Stamm des belaupten Feygenbaums gebundten, die ihre Ohren beym Erscheynen der zween aufrichtete, zwey neue Gesichter für sie, die ihre Augen rollte als wollte sie nach Hülffe suchen, ihren Kopf bewegte und im hohen Gras mit den Hufen scharrte.
„Ein schönes Thier!“
„Noch gantz jung.“
„Zartes Fleysch!“
„Mann könnt sie am Spiesze brathen mit starkem Gewürtze“, sagte Ulfredo.
„Und Speckscheypgen.“
Bellaugh näherte sich dem Thiere noch mehr, löste den Hanffstrick vom Baumstamm und reychte ihn an Ulfredo.
„Es ist eine weiplichte Eselin, Euer Hochwohlgeboren.“
„Du ziehest sie und ich schiep sie.“
Die Eselin kehrte sich zu Bellaugh um und leckte ihm die Handt.
„Ein wollüsticht Geprickel!“
Bellaugh kam ihr näher und ließ sich das Gesichte belecken. Ein Gelecke und noch eines, die Eselin leckte und leckte an Bellaugh. Und er ließ sich das Gesichte belecken, deinde den Hals und wieder die Handt. Er hielt der Eselin seyn Ohr hin, die ihm auch dieses leckte und ihre Zungenspitz in die Öffnung schop, und er begann vor Wollust zu winseln, alsdann begann er, die Zunge der Eselin zu lecken, Zunge an Zunge, und riep seyne Nas wider die Nase des Thieres.
Ulfredo gaffte verwundtert. Was war seynem Graffzog und der Eselin widerfahren? Er kehrete sich in eine andere Richtung, kratzete sich die Eyer und blicke verschämt herum, um zu sehen, ob nicht jemandt sich näherte. Niemandt.
Bellaugh sprach zu Ulfredo:
„Du hältst sie itzo am Halse feste, und ich fick sie.“
„Wenn wollen Euer Hochwohlgeboren ficken?“
„Die Eselin.“
„Euer Hochwohlgeboren?“
„Hast du zufällicht etwas dawider zu sagen?“
„Oberhaupt nichts.“
Bellaugh gieng nach hinten und streychelte der Eselin weyches Fell, kitzelte mit den Fingern seyn die Öffnung und zog dann unter Anstrengung seynen Saftvogel heraus, der so hart war alswie Holtze, und ohn weythere Zeyth zu verlieren, bohrte er ihn in die Höhle. Deinde rammelte er vorwärts und rücke, umarmte das Hintertheyl des Thiers, das wollüstig sich zu freuen anfieng, seynen Rücken krümmte und mit heraushängendter Zung keichte. Und dieweil es Bellaugh hinten in sich aufnahm, leckte es Ulfredos Gesichte. Eine Fickerey alswie diese konnte Bellaugh sich aus seynem ganzen Leben nicht herinnern. Tieff und in einem so warmen und jungfräulichen Loche, alldieweil die Eselin noch jungfräulich war. Bellaugh stockte der Athem, er gap einen letzten Stosz aus den Hüfften, dann zog er seynen Schwantz heraus und liesz sich ins Gras fallen, inmitten des Schattens, unter dem Laupe des Feygenbaums.
„Diese Eselin gehöret mir! Den soll die Pest holen, der sie von nun an berühret!“
„Euer Hochwohlgeboren, niemandt nicht wirdt sie berühren.“
„Es wirdt deyne Aufgape seyn, dich um sie zu kümmern.“
„Ich werdt mich um sie kümmern.“
„Sie soll am Hofe gehalten werdten alswie jed andrer Höfling.“
„So soll es geschehen, Euer Hochwohlgeboren.“
„Ich bestimme und verfüge, dasz sie zur höfischen Mätresse soll ernennet und in das Adelsbuch bey Hofe eingetragen werdten. Des weytheren soll sie Behadtlung erfahren und Speysen erhalten, alswie ihrer Stellung als Mätresse zukömmt.“
„Die Eselin?“
„Wer denn sonste? Schlieszlicht hast du zween Ohren, um zu hören!“
Ulfredo verneygte sich zum Zeychen der Zustimmung und der Ehrerbietung. Deinde öffnete er den Mundt:
„Dann soll sie wohl nimmer gebrathen werdten mit starken Gewürtzen und Scheypgen von Speck.“
„So du nicht willst erhenket werdten.“
„Der Befehl, sie zu brathen, wirdt inde widerrufen.“
„Gäntzlicht widerrufen.“
Ulfredo zog am Hanffstrick das Thier hinter sich her. Bellaugh folgte hinterdreyn und berührte und glättete der Eselin Fell, das allwegen ihrer Jugendt noch gar wollig gewesen. Bisweilen gieng er auch dichte an ihr Ohr, um ihr Worthe zuzuflüstern, Worthe der Liebe, alswie Arsch und Fötzgen und noch andere Worthe mehr der Liebe.

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