In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts drangen die russischen Truppen unter General Ermolov immer tiefer in den Kaukasus vor. Nachdem Ermolov zwischen 1801 und 1828 Armenien, Georgien und Aserbaidschan erobert hatte, bildete sich erneut eine Widerstandsbewegung, der vor allem Dagestaner und Tschetschenen angehörten. Ihr politischer und militärischer Führer war der Dagestaner Schamil. Er war das Oberhaupt einer aus der islamischen Mystik hervorgegangenen politisch-religiösen Bewegung des Nordostkaukasus, des Muridismus, nach dem die Kämpfe zwischen 1834 und 1859 als Muridenkriege bezeichnet werden. Im Laufe des Kaukasus-Krieges vereinigte Schamil nicht nur einen bedeutenden Teil der nordkaukasischen Stämme, sondern gründete auch ein Imamat (Gottesstaat) auf Grundlage der Sharia, das immerhin stark genug war, den Russen 25 Jahre lang Widerstand zu leisten. 1859 wurde Schamil geschlagen, lebte von da an als Ehrengefangener Alexanders I. (also in Wohlstand und freundlichem Verhältnis zur Zarenfamilie) und widerrief alle Ideale des Kaukasus-Krieges.
Nach diesem Krieg konnten die Zusagen, die Rußland zuvor gemacht hatte, natürlich nicht mehr gelten, worüber die Tschetschenen allerdings höchst erstaunt waren. Sie erhielten nicht dieselben Rechte wie die übrigen nichtrussischen Völker, also vor allem keine Autonomie in inneren Angelegenheiten, sondern wurden einer Militärregierung unterstellt. Außerdem wurden zahlreiche Tschetschenen ins Osmanische Reich deportiert. Die Folge waren weitere Aufstände, die erst 1864 endgültig niedergeschlagen werden konnten.
Selbst tschetschenische Quellen geben zu, daß der Kaukasische Krieg zwei Ursachen hatte: Rußlands Imperialismus und die Machtkämpfe innerhalb der Kaukasusvölker – das Ringen der lokalen Eliten um Macht und Einfluß in den Berggemeinden, der Machtkampf zwischen aggressivem Ethnonationalismus und den pro-russischen Kräften, die einen demokratischen Staat forderten. Diese innere Spaltung zieht sich durch alle Kaukasus-Konflikte, ist aber besonders bei Tschetschenien mit seinen kollektivistischen Traditionen auffällig: Jeder, der auch nur ein bißchen mehr hat als die anderen, erregt Feindschaft, und da es immer jemanden gibt, der nach Macht strebt, gibt es auch diese Feindschaft immer. Da die Bauern in den kargen Bergen fast zwangsläufig arm sind, während die Bewohner der landwirtschaftlich nutzbaren und ölreichen Ebene nur schwer arm sein können, sind Konflikte somit unvermeidlich. Natürlich reicht dann ein kleiner Funken, um Auseinandersetzungen im Land ausbrechen zu lassen.
Wenn dann noch eine Kolonialmacht mit ihren bewußten und unbewußten Ungerechtigkeiten, mit der üblichen Bürokratie- und Bestechungskultur hinzukommt, reicht natürlich eine Kleinigkeit, damit es auch mit dieser Kolonialmacht zu offenen Auseinandersetzungen kommt. Der ethnische Faktor spielt immer eine wichtige Rolle. Er nimmt zwar gelegentlich eine religiöse Färbung an, aber mehr als eine Färbung ist dies doch nie. Was Schamil soviel Zulauf bescherte, war ja nicht seine religiöse gazavat-Propaganda, sondern es waren die brutalen Strafaktionen, die der russische General Grabbe 1840 gegen die Zivilbevölkerung durchführte.
Dieser Doppelkonflikt durchzieht die gesamte tschetschenische Geschichte und äußert sich heute nicht anders als im Kaukasus-Krieg des 19. Jahrhunderts. Auch im heutigen Krieg hat Moskau durch großangelegte Militäroperationen gegen die Zivilbevölkerung einen massenhaften Widerstand provoziert, obwohl selbst dann noch die meisten Tschetschenen eigentlich gegen einen Krieg mit Rußland waren. Und ebenso wie damals einige tschetschenische Gemeinden sowohl gegen die Russen als auch gegen Schamil kämpften, bekämpfen heute einige Stämme sowohl die Russen als auch Dudaev.
Eine wichtige Folge des Kaukasischen Krieges war das Aufkommen eines militanten Ethnonationalismus. Auf diese Ideologie stützen sich die heutigen Separaristen, wenn sie jede Gemeinschaft mit dem demokratischen Rußland grundsätzlich ablehnen und alle friedlichen und konstruktiven Phasen der russisch-tschetschenischen Beziehungen einfach aus der Geschichte streichen. Leider ist jeder Fanatismus von Natur aus blind und läßt sich leicht für fremde Interessen mißbrauchen.
Nach der Erboberung betrieb Rußland in Tschetschenien eine Politik von Zuckerbrot und Peitsche. Daß sich das Problem der Bergbewohner mit Gewalt nicht lösen lassen würde, war jedoch allen Staatsmännern klar. In den 70er bis 90er Jahren ließ die Polizeiherrschaft auf russischer Seite immer mehr nach, während sich zugleich auf tschetschenischer Seite eine pro-russische Elite herausbildete.
Die ersten russischen Schulen für die Bergbewohner wurden gegründet, und die Region wurde zunehmend in das russische Wirtschaftssystem integriert. In Groznyj begann man mit dem Abbau und der Verarbeitung von Erdöl und baute das Schienennetz aus. Allmählich bildete sich eine nationale Bourgeoisie. Die (scheinbaren und echten) Liberalisierungstendenzen unter dem Reformzar Alexander I. spiegelten sich auch in der tschetschenischen Gesellschaft wider. So wurden in dieser Zeit die Grundlagen für eine friedliche Lösung der nationalen Probleme im Rahmen der russischen Verfassung gelegt. Ungeachtet einiger ethnozider Rückfälle zu Beginn des 20. Jahrhunderts bemühten sich die tschetschenischen Eliten um eine Integration in die russische Gesellschaft, um ihrem Volk dadurch die Möglichkeit zu geben, die Früchte der russischen Kultur zu ernten. Obwohl Tschetschenen und Inguschen von der Wehrpflicht befreit waren, nahmen an allen russischen Kriegen der Folgezeit (türkischer Krieg, japanischer Krieg, erster Weltkrieg) tausende vajnachischer Soldaten als Freiwillige teil.
In der Zeit der drei russischen Revolutionen (1905, Februarrevolution 1917 und Oktoberrevolution 1917) hatte vor allem die russische Sozialdemokratie großen Einfluß auf die Tschetschenen. Bald gewann der Sozialismus innerhalb der tschetschenischen Intelligenz dieselbe Bedeutung wie der Islam. Man leistete politische Aufklärungsarbeit und bemühte sich um die Entwicklung eines nationalen Selbstbewußtseins.
Mit der Oktoberrevolution begann dann wieder eine neue Phase der russisch-tschetschenischen Beziehungen. In der Zeit der Revolution und des Bürgerkrieges (1917-1925) herrschte in Tschetschenien – wie in einem Großteil Rußlands – Anarchie. Die nationale Bewegung konnte die Gesellschaft nicht konsolidieren, da sie in mehrere Richtungen zerfallen war: den staatlichen Nationalismus, der Sowjets (Räte) anstrebte; den demokratischen Nationalismus in ethnischem Sinne, der sich am Westen orientierte; und den radikalen Nationalismus, der auf Islam und Panturkismus ausgerichtet war. Der Versuch, einen Gottesstaat zu errichten, blieb erfolglos. Letzten Endes stellte sich ein Großteil der Bevölkerung auf die Seite der sowjetischen Macht, die Freiheit, Gleichheit, Land und Rechtsstaatlichkeit versprach. Außerdem waren die „Roten“ im Gegensatz zu den „Weißen“ zu weitgehenden Zugeständnissen an die nichtrussischen Völker bereit und unterstützten in den ersten Jahren auch die Errichtung transnationaler Territorien.
Wie im übrigen Sowjetreich dauerte es auch bei den Tschetschenen einige Zeit, bis Lage und verfassungsmäßiger Status ihres Siedlungsgebietes endgültig geklärt waren. Im März 1918 wurde die Tersker Sowjetrepublik (Terskaja Sovetskaja Respublika) gegründet, im Januar 1921 die übernationale Autonome Bergrepublik ausgerufen (Gorskaja Avtonomnaja Sovetskaja Socialističeskaja Respublika), die die heutigen Republiken Tschetschenien, Inguschien, Nordossetien, Kabardino-Balkarien und Karatschai-Tscherkessien umfaßte. Als sich seit Ende 1922 innerhalb der Bergrepublik nationale Gebiete formierten, entstand auch ein Tschetschenisches Autonomes Gebiet (Čečenškaja Avtonomnaja Oblast' RSFSR). 1924 wurde die Bergrepublik aufgelöst, die autonomen Gebiete blieben jedoch bestehen. Im Januar 1934 wurden das tschetschenische und das inguschische autonome Gebiet zu einem gemeinsamen autonomen Gebiet zusammengefaßt, das 1936 schließlich den Status einer autonomen Sowjetrepublik erhielt (Čečeno-Ingušskaja Avtonomnaja Sovetskaja Socialističeskaja Respublika).
Seit Mitte der 20er Jahre trieb die Sowjetregierung die Kollektivierung der Landwirtschaft voran. Nun bezeichnen die Tschetschenen den Kollektivismus zwar als einen ihrer nationalen Charakterzüge, aber die sowjetische Kollektivierung paßte ihnen denn doch nicht. Das Land sollte weder allen noch einem Kolchos gehören, sondern dem Stamm. Sie schafften es schließlich, daß es auch tatsächlich in Stammesbesitz verblieb – der Stamm wurde nun einfach als Kolchos bezeichnet.
Die Zeit zwischen Revolution und Zweitem Weltkrieg war in der Sowjetunion nicht nur die Zeit der Hungersnöte, der Verbannung von „Volksfeinden“ nach Sibirien, des Stalin-Terrors und der Straflager. Es war auch die Zeit, die mit dem Satz „Stalin hat Rußland elektrifiziert“ charakterisiert wird. Innerhalb von 20 Jahren schaffte es die Sowjetunion, im wirtschaftlichen und Bildungsbereich gegenüber den westlichen Ländern den Rückstand von mehr als einem Jahrhundert aufzuholen und sie in mancherlei Hinsicht zu überrunden. Beispiele dafür finden sich auch in Tschetschenien: 1920 konnten nur 0,8 % der Tschetschenen lesen und schreiben – 1940 waren es bereits 85 %. Es wurden historische, soziologische und philologische Fakultäten sowie Forschungsinstitute eingerichtet, neue Industriebetriebe eröffnet, der Ressourcenabbau gesteigert.
Die andere Seite des Stalinismus lernten die Tschetschenen – wie der Rest der Sowjetunion – seit 1937 kennen, als in den Verhaftungswellen während der „Säuberung“, also des Generalschlags gegen die sogenannten antisowjetischen Elemente, zwei Prozent der tschetschenischen Bevölkerung verhaftet wurden. Vor allem waren dies Angehörige der politischen Führungsschicht.
In den 40er Jahren trat eine grundsätzliche Wende in Stalins Nationalitätenpolitik ein, die sich mit „Gleichschaltung statt Vielfalt“ zusammenfassen läßt. Dabei traten auch seine Vorbehalte gegenüber den Kaukasusvölkern offen zutage. Aus sowjetischer staatspolitischer Sicht waren diese Vorbehalte keineswegs unbegründet (obgleich Stalins Entscheidungen zu diesem Zeitpunkt bereits ausschließlich von seinen persönlichen Vorurteilen diktiert wurden): 1940 hatte Chazan Israilov den „Befreiungskrieg“ und eine „vorläufige revolutionäre Volksregierung von Tschetschenien und Inguschien“ ausgerufen, um für einen freien Kaukasus zu kämpfen. Die Aufstände dauerten bis 1944 an, wobei die Aufständischen zeitweilig mehrere Bezirke kontrollierten. Nachdem Stalin die von den deutschen Truppen besetzten Gebiete zurückerobert hatte, nutzte er das Argument der Kollaboration, um sich der widerspenstigen Kaukasusvölker zu entledigen. Wie zuvor schon die Deutschen und die Krimtataren wurden nun weitere Völker kollektiv deportiert. So wurde auch die gesamte Bevölkerung der Tschetscheno-Inguschischen ASSR 1944 nach Kazachstan, Kirgisien und Sibirien deportiert und die ASSR 1946 aufgelöst. Eine Folge dieser Maßnahme war, daß die Tschetschenen wieder zu ihrer alten Ablehnung jeder Art von Macht zurückkehrten.
Als nach Stalins Tod (1953) die Überwachung der Deportierten rasch nachließ, kehrten viele Vajnachen unerlaubt in ihre Heimat zurück. Mit der geheimen Rede Nikita Chruschtschows auf dem 20. Parteitag 1956, in der er den Personenkult und einen nicht unerheblichen Teil der paranoiden Politik Stalins verurteilte, begann eine neue Phase der sowjetischen Politik, das sogenannte Tauwetter. In dieser Geheimrede kündigte Chruschtschow auch die Rehabilitierung der Kaukasusvölker Karatschaier, Balkaren, Tschetschenen, Inguschen und Kalmücken an. 1957 wurde die Tschetscheno-Inguschische ASSR wiederhergestellt, wenn auch in engeren Grenzen, und die Vajnachen durften nun auch offiziell zurückkehren.
Allerdings blieb die Rehabilitierung im wesentlichen auf diese administrative Seite beschränkt. Das politische Mißtrauen gegenüber den nicht-russischen Völkern blieb bestehen, und deren Traditionen und Religionen unterlagen einem inoffiziellen Verbot. Wie überall war auch in Tschetschenien Russisch die einzige Amts- und Unterrichtssprache; eine Ausnahme stellten lediglich die Dorfschulen dar, in denen Tschetschenisch ein Unterrichtsfach (also keine Unterrichtssprache) war. Tschetschenen bekamen häufig keine qualifizierten Arbeitsplätze; in der Erdölindustrie zum Beispiel arbeiteten vorwiegend Russen. 1958 kam es in Groznyj zu russischen Ausschreitungen gegen Tschetschenen.
Die Tschetschenen sprechen hier von einem neuerlichen gezielten Ethnozid, der 30 Jahre andauerte, nämlich von ihrer Rückkehr aus der Deportation bis zur Auflösung der Sowjetunion. Auch hier steht das Selbstbild des heroischen Freiheitskämpfers und rosigen Undschuldslammes jedoch im Widerspruch zu den historischen Fakten.
Die vajnachischen Gebiete waren nach der Deportation der Tschetschenen und Inguschen natürlich
nicht einfach leer geblieben. Vielmehr hatten sich hier inzwischen Russen und Kaukasier
niedergelassen oder wurden gezielt als Fachkräfte vor allem für die
Erdöl- und Forstwirtschaft angesiedelt. Als die Vajnachen nun zurückkehrten,
erwarteten sie ganz selbstverständlich, daß hunderttausende Menschen ihre
Häuser, Wohnungen und Arbeitsplätze zu räumen und aus dem Land zu
verschwinden hätten.
Als sich ihre Erwartungen nicht erfüllten, reagierten
sie mit Waffengewalt, vertrieben etwa 80.000 Osseten und Dagestaner und 40.000 Russen
– die meisten davon waren übrigens qualifizierte Fachleute, während
die zurückgekehrten Tschetschenen und Inguschen keine Ahnung hatten, was sie an
den so kompromißlos geforderten Arbeitsplätzen zu tun hatten. Die
übriggebliebene russische Bevölkerung begehrte gegen die unsinnigen
Forderungen und die Gewalttätigkeit der Rückkehrer auf, und als sie
verlangte, daß diese die Republik wieder verlassen sollten, kam es 1958
zu den erwähnten Ausschreitungen.
Einige früher von Inguschen bewohnte Bezirke waren während der Deportationszeit an Nord-Ossetien angegliedert worden, und auch hier verlangten die Inguschen, daß die Nord-Osseten das Gebiet verließen, was diese natürlich verweigerten. Hier hörten die bewaffneten Auseinandersetzungen nie mehr ganz auf und eskalierten bald nach dem Zerfall der Sowjetunion zu einem blutigen Konflikt.
(Zum Glück waren nicht alle deportierten Völker so entschlossen, ebenso kollektiv in ihre früheren Siedlungsgebiete zurückzukehren, wie sie aus ihnen deportiert worden waren, und die dortigen Einwohner mit allen Mitteln zu vertreiben, sonst gäbe es möglicherweise wesentlich mehr Krisenherde auf dem ehemaligen Sowjetgebiet – und nicht nur dort. So traumatisch die Geschichte Tschetscheniens auch ist, ist sie doch keineswegs ein Einzelfall. Dennoch verhielten sich nur wenige Völker mit ähnlicher Geschichte so gewalttätig und kompromißunfähig wie die Tschetschenen.)
Mit der Gorbatschowschen Perestrojka und dem Zerfall der UdSSR ab 1987 begann die letzte Phase der russisch-tschetschenischen Beziehungen, die schließlich in den heutigen Konflikt mündete.
Kurz zusammengefaßt, begannen die russisch-tschetschenischen Beziehungen erst,
als andere Fremdherrscher bei den Tschetschenen schon ein tiefes Mißtrauen
gegenüber jeder Art von Macht und starke innnertschetschenische Konflikte
hinterlassen hatten. In den russisch-tschetschenischen Beziehungen brachen seit
Beginn des 18. Jahrhunderts alle 40-50 Jahre bewaffnete Konflikte aus, die
jeweils zwischen 6 und 25 Jahren dauerten und beiden Seiten enorme Verluste
brachten.
Alle 40-50 Jahre wurden Kultur, Gemeinwesen und Wirtschaft der
Tschetschenen zerstört, was sich natürlich ebenfalls auf ihr
Nationalbewußtsein auswirkte. Alle diese Konflikte verliefen eher im
Sande und wurden nicht wirklich durch eine klare Entscheidung beendet.
Die Tschetschenen erhoben sich, wenn ein Führer sie dazu antrieb, wobei
sich der Aufstand immer nur auf einen Teil der Tschetschenen beschränkte,
während die übrigen ihn oder sogar beide Seiten bekämpften.
Wenn dieser Führer starb oder gefangengenommen wurde, gaben die Tschetschenen den Aufstand auf, und die Russen gaben sich damit zufrieden. Das heißt:
Die zugrundeliegenden innertschetschenischen und russisch-tschetschenischen
Probleme wurden nie gelöst.
Ans Ende dieses kleinen historischen Abrisses möchte ich einen Satz stellen, mit dem auch eine tschetschenische Website (www.chechnyafree.ru) ihre Darstellung der Geschichte Tschetscheniens bis zur Perestrojka abschließt:
„Dennoch war der gegenwärtige Konflikt in Tschetschenien nicht vorbestimmt.
Ihn provozierten diejenigen antitschetschenischen und antirussischen Kräfte,
die an einer permanenten Instabilität in diesem Gebiet Rußlands interessiert sind.“
(Однако современный
конфликт в Чечне
не был предопределен.
Его спровоцировали
те античеченские
и антироссийские
силы, которые
заинтересованы
в перманентной
нестабильности
в этом регионе
России.)
Diese Geschichtsdarstellung hat hoffentlich gezeigt, daß die Geschichte Tschetscheniens keineswegs
ein Sonderfall ist, und daß die Tschetschenen weder die unschuldigen Opferlämmer und edlen Recken sind,
als die sie von denjenigen schöngeredet werden, die auf tschetschenischer Seite zum Krieg gehetzt haben, noch die skrupellosen Verbrecher, als die diejenigen sie verurteilen, die auf russischer für die Kriegshetze verantwortlich sind. Jahrhundertealte Konflikte gibt es zwischen vielen Völkern. Die meisten davon leben dennoch mehr oder weniger friedlich zusammen. Was solche Konflikte heute von gelegentlichen Scharmützeln zu Kriegen
ausarten läßt, sind fremde Interessen, die nichts mit dem eigentlichen Konflikt zu tun haben, aber bestehende Vorurteile und Empfindlichkeiten für ihre eigenen Ziele mißbrauchen. Das ist im Kaukasus nicht anders als auf dem Balkan oder
im Nahen Osten. Nicht zufällig haben zum Beispiel die USA klammheimlich im Kaukasus Truppen stationiert ...