Alleinerziehende Eltern sollen nun also in die Steuerklasse I eingestuft werden. Demnach sind sie keine Familienernährer, sondern Singles. Gut, dann brauchen sie sich um ihre Kinder also auch nicht mehr zu kümmern, da ein Single naturgemäß ja keine Kinder haben kann – sonst wäre er kein Single, sondern Familienernährer und hätte in der Steuerklasse I nichts zu suchen.
Alleinerziehende Mütter sind ohnehin schon in jeder Hinsicht benachteiligt. Sie müssen sich um alles allein kümmern, sie werden von Kindergärtnerinnen, Lehrerinnen und Berufsglucken mit dem Vorwurf konfrontiert, keine richtigen Mütter zu sein, (an sich wurde das Zölibat für Lehrerinnen zwar schon 1918 aufgehoben, aber bestimmte Gehirne konnten sich bis heute nicht aus dem zugehörigen lebensfremden Denken befreien), im Beruf sind sie hinsichtlich Einkommen und Aufstieg gegenüber verheirateten Müttern benachteiligt, die gegenüber Frauen ohne Kinder benachteiligt sind, die gegenüber Männern benachteiligt sind. Nun sollen sie auch noch steuerlich so behandelt werden, als gäben sie ihr Geld nicht für Kinder, sondern für persönlichen Luxus aus.
Irgendwann einmal gab es Sozialdemokraten und Grüne, und die hatten sich soziale Gerechtigkeit und Abbau der Frauendiskriminierung zum Ziel gesetzt. Wohin sind diese Menschen verschwunden? Ach so, ja, sie sind deutsche Politiker geworden und somit vollauf damit beschäftigt, die Taschen der Reichen (also auch ihre eigenen) auf Kosten der Menschen zu füllen.
Schon jetzt leben dreißig Prozent der alleinerziehenden Mütter unterhalb der Armutsgrenze. Wie das in Zukunft aussehen wird, möchte ich mir lieber nicht ausmalen.