Tacheles

DU-Waffen

US-Außenminister Rumsfeld zufolge wird die US-Regierung nicht zögern, in dem von ihr angestrebten Dritten Golfkrieg Atomwaffen einzusetzen. Auch hier wiederholt sich die Geschichte:

Bereits seit 1978 nimmt die US Army DU-Munition in ihr Arsenal auf, also Geschosse, die abgereichertes Uran (DU = depleted Uranium) enthalten. Tödlich ist dieses bei Verbrennung pulverisierende DU in zweierlei Hinsicht: Es wirkt sowohl in höchstem Maße toxisch als auch radioaktiv. Ein passendes Testgebiet kann die Armee jedoch nicht finden, und so beschließt sie trotz zahlreicher Expertenwarnungen, den Golfkrieg 1991 als Testfeld zu nutzen. Was sie auch den eigenen Soldaten wider besseres Wissen verschweigt, ist die enorme Verseuchungsgefahr. Laut einem Bericht der British Atomic Energy Authority stellen 40 Tonnen verschossenes abgereichertes Uran ein tödliches Potential für 500.000 Menschen dar. 300 Tonnen hinterlassen Amerikaner und Briten im Irak und in Kuwait.

Die Auswirkungen dieser ungeheuren Giftmenge lassen sich nur erahnen. Umweltorganisationen veröffentlichen erschreckende Berichte über die verseuchte Fauna und Flora des Golfgebietes, die von der Presse jedoch kaum beachtet werden. Menschenrechts- und Gesundheitsorganisationen veröffentlichen erschreckende Berichte über die Verseuchung der Bevölkerung, die von der Presse jedoch kaum beachtet werden. Veteranenorganisationen veröffentlichen erschreckende Berichte über die verseuchten Golfkriegssoldaten, die von der Presse jedoch kaum beachtet (und von der Militärführung bestritten) werden.

Selbst kleine Partikel abgereicherten Urans im Körper können genetische Folgen für nachgeborene Kinder haben. Im gesamten betroffenen Golfgebiet kommen auffällig viele Kinder mit Geburtsfehlern zur Welt. Viele erkranken in den ersten Lebensjahren tödlich – an Leukämie, Fehlfunktion der inneren Organe oder einem völligen Zusammenbruch des Immunsystems. Wegen der menschenrechtswidrigen Sanktionen gegen den Irak haben diese Kinder nicht die geringste Überlebenschance. Sie sterben im Namen der USA, Großbritanniens und der von den USA gekauften UNO.

51 % der Toten auf alliierter Seite im 2. Golfkrieg sind Opfer der eigenen Geschütze geworden. „Friendly fire“ (freundliches/befreundetes Feuer) nennt das US-Militär diesen Beschuß durch eigene oder befreundete Truppen, der die gerne verbreitete These vom „Computerspielkrieg der Präzisionswaffen“ als Lüge entlarvt. Die Verantwortlichen werden bis heute nicht zur Rechenschaft gezogen, ihre Identität wird geheimgehalten. Diese Toten können heute nicht mehr geleugnet werden, doch die 15.000 bis heute gemeldeten DU-verseuchten Soldaten werden gerne verschwiegen. 4.000 US-Soldaten sind bereits an den Folgen der DU-Verseuchung gestorben.

Seit 1991 exportieren die USA DU-Waffen in großem Stil, unter anderem nach Israel, Südkorea und in die Türkei.