Wenn mir jemand Hilfe anbietet, alle seine Anregungen aber dahingehen, daß ich seine Lebens- und Denkweise übernehmen soll, werde ich mißtrauisch. Wenn alle Vorschläge meine während meines Lebens und aus meinen Erfahrungen entwickelte Persönlichkeit und mein Recht auf eine eigene Lebens- und Denkweise ignorieren, obwohl es doch um mein Leben geht, dann weiß ich, daß es sich bei dem Helfer, so gut er es auch meinen mag, nicht um einen Freund, sondern um einen Feind handelt. Ich bin durchaus in der Lage, im Notfall Hilfe anzunehmen (hoffe ich), aber ich streike, wenn jemand mein Leben dazu mißbraucht, sein Leben zu legitimieren.
Leider gibt es in diesem Sinne mehr Feinde als Freunde. Leider gibt es zuviele Menschen, die Allgemeingültigkeit als Legitimation für ihre Leben und Denken benötigen und sich sofort persönlich in Frage gestellt sehen, wenn ein anderer dieses Leben und Denken für sich selbst als inakzeptabel ablehnt.