Ich will die Sache einmal von der anderen Seite beleuchten: Die Deutschen haben sich immer zur Vergangenheit ihres Landes (ich sage bewußt nicht „zu ihrer Vergangenheit“, denn für die meisten heute lebenden Menschen ist das nicht ihre Vergangenheit, sondern die ihrer Eltern, Großeltern, Ur- oder Ururgroßeltern) bekannt.
Die Amerikaner – meiner Meinung nach die grausamsten und barbarischsten Verbrecher der Neuzeit – haben sich nie zum Völkermord an den Indianern bekannt. Sie haben sich nie zur Versklavung von Millionen Afrikanern bekannt. Sie haben sich nie zum Völkermord an den Japanern bekannt (denn wer ein Land mit Atombomben auf Generationen hinaus versucht, begeht Völkermord). Sie haben sich nie zum Völkermord an den Vietnamesen bekannt (denn wer ein Land auf Generationen hinaus mit Agent Orange verseucht, begeht Völkermord). Sie haben sich nie zum Völkermord an den Irakern bekannt (denn wer ein Land auf Tausende von Jahren hinaus mit Atomwaffen verseucht, begeht Völkermord). In der Türkei ist es noch heute ein Schwerverbrechen, den Völkermord an den Armeniern zu erwähnen. Bosnien-Herzegowina, Ruanda, China ....... die Liste der Länder, die Völkermord begangen haben und dieses Verbrechen bis heute für ihr gutes Recht ausgeben, läßt sich beliebig fortsetzen. Und wie zum Beispiel die USA Tag für Tag beweisen, hat ein Staat, der seine Verbrechen nicht eingesteht, auch keinerlei Hemmungen, diese Verbrechen auf immer grausamere und skrupellosere Art fortzusetzen. Nur Deutschland hat sich zum Völkermord bekannt und auf der Grundlage dieses Bekennens und Dazustehens einerseits die Verantwortung für die Opfer übernommen und sich andererseits selbst einen entscheidenden Schritt Richtung Zivilisation weiterentwickelt. Und das, meine Lieben, ist ein Grund zum Stolz.
Natürlich plädiere ich nicht für Vergessen oder gar Leugnen. Das wäre schlicht dumm, und Dummheit gibt es in dieser Welt schon genug. Wofür ich plädiere, ist ein sinnvoller und intelligenter Umgang mit der Vergangenheit, und das heißt vor allem, das Wissen um Geschehnisse der Vergangenheit auf die Gegenwart und Zukunft anzuwenden. Ich sage es offen: Ich empfinde weder Scham noch habe ich ein schlechtes Gewissen, wenn ich an die Verbrechen der Nazis denke. Einerseits kann ich mich nicht für etwas verantwortlich fühlen, was drei Generationen vor meiner Zeit geschehen ist. Zum zweiten haben die amerikanischen Juden die Shoa als Geldquelle erschlossen. Sie wandeln ihr Leiden (oder das ihrer Eltern, Groß- oder Urgroßeltern) in klingende Münze um. Solche Leute kann ich beim besten Willen nicht ernst nehmen, und jemand, für den leidvolle Erfahrungen nichts anderes sind als eine Marketingidee, verliert jegliche Glaubwürdigkeit. Und zum dritten begeht Israel heute selbst genau die Verbrechen, für die es von Deutschland nach wie vor Reparationszahlungen kassiert. Damit sind die nach Israel ausgewanderten Juden nicht nur völlig unglaubwürdig, sondern auch Verbrecher, für die ich nicht das kleinste Quentchen Mitgefühl aufbringen kann.
Ich kann nicht sagen, „ das alles ist lange her, das geht mich nichts an, damit habe ich nichts zu tun.“ Denn ich bin ein Teil der Menschheit und die ganze Geschichte und Erfahrung der Menschheit geht mich etwas an. Ich bin ein Blatt am Menschheitsbaum, deshalb hat alles, was mit diesem Baum zu tun hat, auch mit mir zu tun. Aber Dummheit lasse ich mir nicht aufzwingen.
Sich für etwas zu schämen, was vor über 60 Jahren geschehen ist, fällt für mich eindeutig in die Kategorie „unintelligent“. In diese Kategorie fällt auch, wenn Kinder in der Schule mit dem Dritten Reich drangsaliert werden, bis es ihnen zu den Ohren raus kommt. Besonders, wenn sich dieser Geschichtsunterricht auf eine einzige Seite der Geschichte beschränkt und die Verbrechen der anderen Seiten völlig ausklammert. Natürlich muß das Dritte Reich ein wichtiges Thema im Geschichtsunterricht sein. Aber bitte auf intelligente Art. Das heißt, den Jugendlichen muß ein umfassendes Bild vermittelt werden (sonst ist es kein Geschichtsunterricht, sondern Demagogie), und das Thema muß einen angemessenen Umfang haben. Wenn ich auf meine eigene Schulzeit zurückblicke, habe ich den Eindruck, als hätten unsere Lehrer von den Tausenden von Jahren Menschheitsgeschichte mit all ihrer kulturellen Vielfalt nur die Jahre 1933 bis 1945 gekannt. Das ist nicht das, was ich als intelligenten Geschichtsunterricht bezeichnen würde. Der beste Beweis dafür sind die Jugendlichen, die das Thema ganz einfach nicht mehr hören können. In die Kategorie „unintelligent“ fällt auch, wenn deutsche Politiker die Verbrechen Israels seit Jahrzehnten entschlossen ignorieren oder diesem Terrorstaat mit einem schwachen „du, du, du ... das tut man aber nicht“ nur einen sanften Klapps auf die Finger geben, aber sofort aufschreien, wenn ein halbverhungertes, im Ghetto aufgewachsenes, verzweifeltes Kind einen Stein auf die bis an die Zähne bewaffneten Soldaten der wohlgenährten, in Luxus lebenden israelischen Herrenmenschen wirft. Das ist kein Verhalten, das die Lehren aus vergangenen Verbrechen zieht und danach strebt, solche Verbrechen nie wieder zuzulassen. Es ist das genaue Gegenteil: ein Verhalten, das die Wiederholung der Verbrechen der Vergangenenheit in der Gegenwart sanktioniert. Die Poltiker, die heute Truppen in den Libanon schicken und dabei keinen Zweifel daran lassen, daß sie einseitig auf Seiten Israels stehen, sanktionieren den von Israel begangenen Völkermord. Sie verhalten sich genauso wie die europäischen Politiker der dreißiger Jahre, die Hitler begrüßten, weil er die Kommunisten bekämpfte (heute sind es die Moslems), die nicht widersprachen, als Hitler andere Länder überfiel, um sie heim ins Reich zu holen (auch seit 1967 hat man sich auf Resolutionen und Treffen beschränkt, ohne tatsächlich etwas zu tun). Die europäischen Politiker von damals waren wesentlich mitschuld daran, daß Hitler Völkermord an den Juden, Sinti uund Roma begehen konnte. Dieselbe Schuld laden die heutigen Politiker mit ihrer mißverstandenen Scham für die Vergangenheit auf sich.