Nun wollen die Volksfeinde, die sich selbst Volksvertreter schimpfen, also das Rauchen in allen öffentlichen Einrichtungen verbieten, wobei sie die Definition von „öffentlich“ über alle bekannten Grenzen hinaus ausweiten. Natürlich ist jedem denkenden Menschen klar, daß dadurch kein einziger Raucher zum Verzicht auf sein Genußmittel bewogen und kein einziger Jugendlicher davon abgehalten wird, mit dem Rauchen anzufangen. Stattdessen tun die Politiker nur das einzige, worin sie wirklich gut sind: Schaden anrichten. Sehen wir uns zwei Beispiele an.
Das Rauchen in öffentlichen Verkehrsmitteln soll verboten werden, also zum Beispiel auch in der Bahn. Wie die Politiker es fertig bringen, die Bahn noch als „öffentliches“ Verkehrsmittel zu bezeichnen, während sie dieses Volkseigentum zugelich an der Börse zu verscherbeln versuchen, ist mir zwar schleierhaft, aber sei’s drum. Glauben Sie allen Ernstes, daß ein Raucher zum Beispiel noch mit der Bahn von Hamburg nach München fährt, wenn das damit verbunden ist, acht geschlagene Stunden lang nicht zu rauchen? Die Züge kommen grundsätzlich zu spät (hier in Bonn habe ich es in vollen sieben Jahren jedenfalls noch kein einziges Mal erlebt, daß ein Zug pünktlich abgefahren wäre), sind immer überfüllt und viel zu teuer, und nun soll sich der gepeinigte Fahrgast noch nicht einmal mehr mit einem Zigarettchen über all den Ärger hinwegtrösten können? Wieso sollte er sollte er das hinnehmen? Durch das Rauchverbot in Speisewagen und Bordbistro hat die Bahn sich selbst schon erheblich geschadet, bei einem generellen Rauchverbot wird dies erst recht der Fall sein. Dabei gilt mein Mitgefühl jedoch sicherlich nicht der Bahn, diesem kundenfeindlichsten aller Verkehrsmittel, sondern der Umwelt. Denn statt rauchfrei mit der Bahn zu fahren, werden die betroffenen Menschen wieder ins Auto steigen. Mit ihrem Allmachtswahn fügen die Politiker der Umwelt also erheblichen Schaden zu – was sie allerdings wie üblich nicht stören wird, zahlt die Umwelt doch keine Bestechungsgelder in die Parteikassen.
Ein weiteres Beispiel: Die Politiker entblöden sich nicht, ausschließlich privat finanzierte Restaurants als „öffentliche“ Einrichtungen zu bezeichnen, in denen sie nach Gutsherrenart über Tun und Lassen bestimmen können. Werden sie die Restaurantbesitzer auch für die sicherlich beträchtlichen finanziellen Einbußen entschädigen, die diese durch ein generelles Rauchverbot erleiden werden? Denn auch hier gilt mit Sicherheit, daß sich kein Raucher vom Rauchen abhalten läßt. Stattdessen werden die Menschen ganz einfach keine Restaurants mehr besuchen. Wieso sollten sie auch? Ein Restaurant ist schließlich keine Freßanstalt, in der man möglichst schnell möglichst viel Essen in sich hineinschaufelt, um dann möglichst schnell wieder zu verschwinden, sondern ein Ort, an dem Eßkultur zelebriert wird. Dazu gehört für viele Menschen nun einmal die Zigarette danach, und das ist ihr gutes Recht.
Sie meinen, es sei trotz alledem mutig von den hohen Herrschaften, einen solchen Schritt zu wagen? Sind sie wirklich derart naiv? Oder ist Ihnen tatsächlich entgangen, daß die EU den innergemeinschaftlichen Tabakanbau mit drei Milliarden Euro im Jahr fördert und ein Zigfaches davon als Steuer aus dem Verkauf von Tabak kassiert? Die Politiker möchten also jetzt in öffentlichen Einrichtungen verbieten, was sie selbst deftig fördern und woran sie kräftig verdienen, offensichtlich in der Hoffnung, daß die Menschen außerhalb dieser Einrichtungen ordentlich weiterrauchen, nach Möglichkeit noch mehr als bisher. Und das, meine Lieben, nennt man scheinheilig. Mit ihrer verlogenen Doppelmoral schaden die Politiker also nicht nur der Umwelt und der Wirtschaft, sondern vor allem auch sich selbst. Sie sind Meister darin, Wein zu trinken und Wasser zu predigen, doch Ehrlichkeit ist ihnen so wesensfremd wie eh und je.