Größtes Erstaunen weckt bei mir die Behauptung, im Osten gebe es keine Eliteuniversitäten, gibt es in Berlin doch gleich drei dieser blödsinnigen Einrichtungen. Und Berlin liegt im Osten.
Berlin soll deutsch, gar deutsche Hauptstadt sein? Machen Sie sich doch nicht lächerlich. Preußen, und damit natürlich auch seine Hauptstadt Berlin, gehörte nie zum Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation. Es schloß sich selbst von Anfang aus Deutschland aus. Berlin ist Hort und Born der preußischen Tugenden, die zwar alle Deutschen in Verruf gebracht haben, tatsächlich aber ausschließlich auf die Preußen zurückgehen, die sie zweifellos trefflich beschreiben. Berlin war die Hauptstadt der wahrhaft scheußlichen Soldaten- und Spießerkönige. Es war die Hauptstadt Hitlers, der im Osten seine treuesten und überzeugtesten Anhänger hatte. Es war die Hauptstadt des muffigen Spießerstaates DDR. Hat irgendein Deutscher den Osten vermißt, bevor er uns von Kohl aufgezwungen wurde? Sicher nicht. Hat irgendjemand Berlin vermißt? Dafür gab es keinerlei Grund. Klar: Die Ewiggestrigen zieht es ebenso unwiderstehlich nach Berlin wie reichgewordene Proleten. Sie passen dort auch tatsächlich wunderbar hin. Doch mit Deutschland hat Berlin heute nicht mehr zu tun als früher. Berlin ist ebensowenig deutsche Hauptstadt wie Schwerin, Glogau oder Chemnitz. Denn Berlin liegt im Osten.